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Onkologie Landshut
Hormontherapie

Die Hormontherapie wird sowohl in adjuvanter Hinsicht als auch in palliativer Therapieabsicht eingesetzt.
Insbesondere beim Mammacarzinom und Prostatacarzinom spielt sie im Therapieablauf eine wesentliche Rolle.
Wir wollen uns daher vor allem mit der Hormontherapie bei diesen beiden Tumoren beschäftigen.

Beim Mamma – Ca. ist entscheidend, ob der Tumor hormonrezeptor-positiv oder negativ ist. Dies wird vom Pathologen festgestellt, indem er Progesteron- und Östrogenrezeptoren auf der Zelloberfläche bestimmt.

Man unterscheidet eine Skala von 0 bis 12.

0= negativ (kein Rezeptornachweis); 12= deutlich positiv (+++).

Ergänzend zur TNM-Klassifizierung gibt man den Grad der Positivität an, indem man hinter dem entsprechenden Buchstaben „Ö“= Östrogen, „P“= Progesteron, eine Zahl der Skala 0 – 12 hinzufügt (z. B. Ö (6 / 12); P ( 0 / 12).

An den Hormonrezeptoren auf den Tumorzellen kann körpereigenes Progesteron oder Östrogen andocken und so zum Tumorwachstum führen.

Um dieses zu verhindern, existieren zwei prinzipielle Therapiemöglichkeiten in der Hormontherapie.

Unterdrückung der körpereigenen Hormonproduktion:
Bis vor einigen Jahren wurde die körpereigene Hormonproduktion durch eine operative Entfernung der Ovarien (Ovarektomie) oder eine Bestrahlung der Ovarien ausgeschaltet. Damit wurden auch junge Frauen in eine frühe, irreversible Postmenopause (Zeit nach den Wechseljahren) gesetzt, welches im Verlauf ihres Lebens natürlich zu einer verfrühten Osteoporose führte und eine, für die Frauen auch belastende, Sterilität zur Folge hatte.

Heute stehen uns Hormone zur Verfügung, die wie OP und Bestrahlung zu einer Ausschaltung der Ovarien führen, allerdings ist diese Ausschaltung reversibel (d. h. nach Absetzen der Hormontherapie nehmen die Ovarien ihre normale Funktion wieder auf).

Die Medikamente, die diesen Vorgang bewirken heißen GnRH-Analoga (Gonadotropin-Releasing-Hormon- Analoga).

Die zwei meistbenutzten Medikamente sind: Zoladex (Goserelin) und Enantone (Leuprorelin). Beide Hormone werden im Gehirn (Hypothalamus) gebildet.

In der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) wird die hormonelle Produktion in den Ovarien (Eierstöcke) über die Ausschüttung des FSH (follikelstimmulierendes Hormon) gesteuert.

Dieser Weg wird über die GnRH-Analoga unterbrochen.

Die GnNH-Analoga können nur bei praemenopausalen Frauen (Frauen, die ihre Periodenblutung noch besitzen) eingesetzt werden.

Die Verabreichung erfolgt vierwöchentlich als Depot s.c..


Medikamente, die die Interaktion zirkulierender Hormone mit ihren entsprechenden Rezeptoren behindern:
Diese Medikamente wirken direkt in den entsprechenden Tumorzellen. Sie werden bis auf Faslodex sowohl in der adjuvanten als auch palliativen Situation eingesetzt.

Beispiele sind:
- Antiöstrogene: Antiöstrogene wirken über eine Hemmung der Zellstoffstimulation in den Tumorzellen. Das bekannteste Medikament heißt Tamoxifen (Handelsname: Nolvadex, Tamostat, Tamoxifen) und wird in einer Dosis von 20mg täglich als Tablette eingenommen. Es wurde 1973 erstmals in Britannien zugelassen.

Als neues Antiöstrogen wird Faslodex (Fulvestrant) in der palliativen Situation eingesetzt. Es wird als alle vier Wochen i.m. verabreicht.

- Aromatasehemmer: Die Aromatasehemmer wirken über eine Hemmung der Östrogenproduktion im peripheren Gewebe und in der Tumorzelle.

Ihre bekanntesten Vertreter sind Arimidex (Anastrozol) Dosierung: 1mg/Tag, Aromasin (Exemstan) Dosierung: 25mg/Tag und Femara (Letrozol) Dosierung: 2,5mg/Tag.

In einigen Fällen können GnRH-Analoga mit Tamoxifen oder Aromatasehemmer  kombiniert werden.

In der Therapie des Prostatacarzinoms haben die GnRH-Analoga ebenfalls ihren Patz. Sie wirken ähnlich wie bei den Ovarien über eine zentrale Hemmung und führen zu einem Stopp in der Androgenproduktion im Hoden. Es handelt sich hier um eine medikamentöse Orchiektomie (=Entfernung der Hoden).

Die Antiandrogene wirken wiederum an den Tumorzellen des Prostatacarzinom, indem sie die androgenbedingte Proliferationsstimulation der Prostataepithelzellen unterdrücken.

Im Gegensatz zum Mammacarzinom werden beim Prostatacarzinom die Hormontherapien im Allgemeinen nur bei metastasierten Tumoren eingesetzt.

Die Hormontherapie findet weiteren Einsatz beim Nierenzellcarzinom (Tamoxifen) und Endometriencarzinom (Megestat= Methylprogesteronacetat).