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Onkologie Landshut
Portsysteme

Seit etwa 15 Jahren haben sich die sogenannten Portsysteme in der Therapie hämato-onkologisch erkrankter Patienten etabliert.

Hierdurch konnte die Rate der Paravasate und der damit verbundenen oft ernsten Komplikationen deutlich gesenkt werden. Es bestehen nur wenige Gründe, die gegen die Implantation eines Portsystems sprechen, z. B. Allergie gegen die verwendeten Materialien, schwere chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen, Zustand nach Bestrahlung der vorgesehenen Implantationsstelle und Zustand nach venöser Thrombose oder nach gefäßchirurgischen Eingriffen.

Die Portsysteme stehen uns als Subclavia-Port, als peripherer Port am Unterarm oder auch als Hepatica-Port zur Verfügung.

Der Einsatz der Hepatica-Ports beschränkt sich auf die Therapie singulärer Lebermetastasen. Die Armports sind für Patienten, die eine Therapie über 24 Stunden oder über mehrere Tage erhalten nicht gut geeignet, weil sie die Bewegungsfreiheit des Patienten bei liegender Pumpe deutlich einschränken. Die Portsysteme, insbesondere der Subclavia-Port, wird im Rahmen eines ambulanten Eingriffes implantiert. Der Eingriff dauert ca. eineinhalb Stunden und wird unter sterilen Bedingungen im OP durchgeführt. Nur porterfahrene Kliniken sollten diese Systeme implantieren, weil sonst die Portkomplikation, die sich vor allem durch zulange Schlauchverbindung, schlechte Konnektion oder Abgleiten des Portes entwickeln, vermieden werden können.

Bei der Portanlage sollte darauf geachtet werden, dass der Port nicht zu tief im Fettgewebe liegt, da sonst ein Anstechen des Portes nur schwer möglich ist und zudem bei den dann erforderlichen langen Nadelsystemen mit Diskonnektionen und Paravasten zu rechnen ist. Der Port kann direkt nach Implantation angestochen werden. Hierzu sollten nur Nadeln mit speziellem Schliff, die sogenannten Huber-Nadeln benutzt werden. Andere Kanülen sind streng kontraindiziert, da sonst das Silikon des Ports beschädigt wird und eine Neuimplantation erforderlich werden würde. Das Einstechen und die Pflege des Ports muss geübt werden, um Verletzung oder Infektionen vermeiden zu können.

Wichtig ist die Beibehaltung steriler Bedingungen, das heißt, es sollte eine entsprechende Händedesinfektion und eine lokale Desinfektion erfolgen. Das Portsystem wird vor Benutzung mit Kochsalz gefüllt, die Nadel dann senkrecht eingestochen. Ein Durchstechen des Portes ist aufgrund des Metallbodens nicht möglich. In etwa dreiviertel der Fälle lässt sich Blut aspirieren, so dass man hier von einer sicheren Lage ausgehen kann. Ein Viertel der Ports sind nicht rückläufig. Lässt sich Kochsalz aber leicht applizieren und gibt der Patient kein Brennen an, kann von einer korrekten Lage der Portnadel ausgegangen werden. Die Portnadel sollte wöchentlich gewechselt werden. Bei nicht benutztem Port genügt eine Durchspülung der Kammer alle 3 Monate.

Zurzeit erfolgt die Portspülung noch mit NaCl und niedrig dosiertem Heparin (10 ml NaCl und 2000 I. E. Heparin), mittlerweile verzichten einige Kliniken auf den Heparinzusatz vollständig. Das Durchspülen des Portes darf ebenfalls nicht mit normalen Kanülen erfolgen, auch hier ist die Benutzung einer Huber-Nadel, die es auch als spezielle, sehr kostengünstige Spülnadeln gibt, erforderlich. Beim Portspülen oder Medikamentenapplikation sollten nur 10 ml oder 20 ml Spritzen verwendet werden. 2 ml oder 5 ml Spritzen erzeugen einen hohen Spritzdruck im Kathetersystem und können zu dessen Sprengung führen. Ein gut gepflegter Port kann Jahre liegen. Oft kommt es aber im Laufe der Behandlung zu einer Kachexie des Patienten, so dass sich der Port durch die Haut durchdrückt und zur Hautnekrose führt. Ein solcher Port muss umgehend revidiert werden.

Selten treten die sogenannten Port-Sepsen auf, die sich in Schüttelfrost und Fieber kurz nach i. v. Gabe eines Medikamentes über den Port klinisch bemerkbar machen. Diese Port-Sepsen sind mit Antibiotika in der Regel nicht angehbar, da die auf dem Kunststoffschlauch liegenden Keime nicht ausreichend vernichtet werden können.

Fast immer muss der Port entfernt werden, eine systemische Antibiotikatherapie erfolgen und nach Abklingen aller Entzündungswerte ein neuer Port implantiert werden.