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Onkologie Landshut
Antikörpertherapie

Erst seit wenigen Jahren verfügen wir über ein neues Konzept in der Therapie maligner (=bösartiger) Erkrankungen – die Antikörper.

Die zurzeit am meisten eingesetzten Antikörper heißen:
- Mabthera (Rituximab): vor allem maligne Lymphome, CLL.
- Mc- Campath1-H (Alemtuzumab): CLL
- Erbitux (Cetuximab): Colon- / Rektumcarzinome, HNO- Tumore.
- Herceptin (Trastuzumab): Mammacarzinom.


Was verstehen wir unter Antikörpern:

Antikörper (kleine Eiweißmoleküle) wurden erstmals Ende des 19. Jahrhunderts von Emil von Behring (1854-1917) und S. Kitasato (1856-1931) beschrieben (Tetanus bei Kaninchen).

Während diese beiden Forscher sich noch auf die reine Infektabwehr beschränkten, erkannte Paul Ehrlich (1854-1918) erstmals die Möglichkeit, Antikörper zur Zerstörung bösartiger Tumore einzusetzen. Er sprach damals von „Zauberkugeln“ die in der Lage sein sollten, Tumorzellen zu zerstören.

Heute ist es soweit!

Die Wirkungsweise der Antikörper entspricht dem eines „Schlüssel – Schloss – Prinzips“. Zu jedem Antikörper gehört ein Antigen. Antigen und Antikörper passen exakt zusammen, wie eben der Schlüssel in die Haustür.

Das Antigen wird gelegentlich auch Rezeptor genannt.

Die Antigene können auf der Zellwand oder auch in der Zelle sitzen.

Aber wie ist denn so ein Antikörper aufgebaut?

Sie alle kennen vom Ankreuzen ihrer Laborkarten die Immunglobuline (IgA, IgG, IgE, IgM).

Das Antikörpermolekül gehört zur IgG- Klasse. Um zu wirken braucht der Antikörper ein Antigen, gegen das er sich richtet (Schlüssel-Schloss-Prinzip).

Um am Antigen andocken zu können, besitzen die Antikörper zwei kleine Fühler – die so genannten Antikörperbindungsregionen – oder auch FAB – Regionen genannt. Mithilfe dieser FAB-Regionen heftet sich der Antikörper ans Antigen und wird nun über einen anderen Teil des Antikörpermoleküls, die so genannte FC-Region, aktiv (Effektor- Funktion).

Mithilfe dieser FC-Region setzen die Antikörper einen Effektormechanismus in Gang. Sie können zum einen Killerzellen und Makrophagen anlocken, die das die Zelle tragende Antigen töten und auffressen, zum anderen setzen sie das sogenannte Komplement-System, ein weiteres Abwehrsystem des Körpers, in Gang.

Das ist aber noch nicht alles - Antikörper können über die Bindung ans Antigen auch Abläufe im Zellinneren so beeinflussen, dass letztlich ein Zelltod (=Apoptose) resultiert.

Antikörper können alleine oder in Kombination mit Chemotherapie oder Strahlentherapie eingesetzt werden.

Zur Therapie maligner Erkrankungen ist die Kombination Antikörper / Chemotherapie deutlich wirksamer als die Antikörper allein.

Während Antikörper in kurativer Absicht (Lymphome) und palliativer Absicht (Colon- / Rektumcarzinome) eingesetzt wurden, ist seit Juli 2006 der Einsatz in adjuvanter Situation (nämlich in Form von Herceptin) zur Verhinderung der Metastasenent-stehung nach Brustkrebs erlaubt.

In der Therapie von HNO- Tumoren, in Kombination mit der Strahlentherapie, findet Erbitux neuerdings seinen Einsatz.