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Onkologie Landshut
Chemotherapie

Chemotherapie = Zytostatische Therapie: Chemotherapie beinhaltet eine Therapie mit chemischen Substanzen, z. B. ist eine antibiotische Therapie durchaus auch eine Chemotherapie. Hier bedeutet Chemotherapie, eine Therapie mit zytostatisch wirkenden Medikamenten.
Im Wort „Zytostatika“ findet man sowohl die alten Griechen, als auch die alten Römer wieder: Zytostatika leitet sich ab von „Zytos“: die Zelle, die Höhlung, das Gefäß (griechisch) und „Stare“: stehen (lateinisch).
Also ist das Ziel der Zytostatika, das Zellwachstum zum Stehen zu bringen, anders ausgedrückt, einen Wachstumsstopp zu erreichen.

Die chemotherapeutischen Substanzen werden sowohl in der kurativen, der neoadjuvanten, der adjuvanten, als auch in der palliativen Situation eingesetzt.
Um die Wirkungsweise der Zytostatika zu verstehen, muss man einen Blick auf den Zellzyklus und die Zellteilung (=Mitose) werfen.


Der Zellzyklus gliedert sich in verschiedene Abschnitte = Phasen.

- G1 – Phase: Normaler Zellalltag = normale Arbeitsphase.
- S – Phase (Synthese- Phase): Verdoppelung der DNS (=Desoxyribonukleinsäuren = Erbmaterial).

- Mitose – Phase = Zellteilung. Die Zellteilung wurde erstmals von einem Wissenschaftler namens Flemming 1882 beschrieben. In der Mitose verdoppelt sich der Chromosomensatz, danach wird die Zelle geteilt und es resultieren aus der Mitose zwei neue, identische Zellen. Die Zytostatika greifen in der Mitose- Phase ein. Damit sind die Zellen, die sich besonders schnell teilen (G3-Tumore), natürlich viel anfälliger als die Zellen, die sich vor allem in der G1- oder S- Phase befinden. Damit sind alle G3-Tumoren (schnell wachsende Tumore) wesentlich besser zu chemotherapieren, als G1-Tumore (langsam wachsend).


Wirkungsweise der Chemotherapie/Zytostatika:

Zytostatika wirken nur auf proliferierende (sich teilende) Zellen (Proliferations-Phase).
Alle nicht proliferierenden Zellen, also alle Zellen in der Ruhe-Phase (G1- und S- Phase), die natürlich auch im Tumor vorhanden sind, sprechen auf die Chemotherapie nicht ausreichend an.
Chemotherapie wird also erst dann verabreicht, wenn diese ruhenden Zellen in die Proliferations-Phase geraten. Hieraus resultiert die stoßweise verabreichte Chemotherapie – die Chemotherapiezyklen, deren Abstand (=Intervall) und Anzahl sich nach dem jeweiligen Tumor richtet.
Optimales Therapienansprechen wird dann erreicht, wenn nach jedem Chemotherapiezyklus die Tumormasse abnimmt (= Reduktion), bis der Tumor schließlich ganz verschwindet.

Leider kann der Tumor aber auch eigene Abwehrkräfte gegen die Chemotherapie entwickeln und so gegen sie resistent (Tumorresistenz) werden. Im Extremfall kann der Tumor sogar unter Chemotherapie wachsen – (Tumorprozess).
Um das Verhalten des Tumors unter Chemotherapie engmaschig kontrollieren zu können, führen wir daher Staginguntersuchungen (=Kontrolluntersuchungen) nach einer gewissen Zahl von Chemotherapiezyklen (meist nach den 2. oder 3. Zyklus) durch.
Auf diese Art und Weise kann bei auftretender Resistenz die Chemotherapie entweder abgesetzt oder umgestellt werden.

Da durch die Chemotherapie alle schnell wachsenden Zellen geschädigt werden, leiden natürlich nicht nur die Tumorzellen, sondern auch die gesunden Körperzellen. Vor allem schnell wachsende Zellen (z. B. Haarzellen, Knochenmarksstammzellen) werden geschädigt.
Daraus resultiert ein Teil der oft so gefürchteten Nebenwirkungen der Chemotherapie.